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Geschichte der Veste

Die Fränkische Leuchte

Die „Fränkische Leuchte“ erhebt sich weithin sichtbar über der Stadt Heldburg. Jungfernbau, Kommandantenbau, Heidenbau und Französischer Bau stammen aus unterschiedlichen
Zeiten und spiegeln die Entwicklung der Anlage wieder. Wohl im 12. oder 13. Jahrhundert als Amtssitz gegründet fällt sie 1347 von den Grafen von Henneberg an die Wettiner. Bis 1945 bleibt sie im Besitz wechselnder wettinischer Linien, zuletzt der Linie Sachsen-Meinigen. 

Regina von Habsburg, Prinzessin von Sachsen-Meiningen, wuchs hier auf. Heute gehört sie zur Stiftung Thüringen Schlösser und Gärten. In Anlehnung an die „Fränkische Krone“ (Veste Coburg) hat sie den romantischen Namen „Fränkische Leuchte“ erhalten. Vom Burgturm kann man weit ins Umland und bis nach Coburg blicken.

„Eine toll restaurierte Vestung, sehenswert.
Wer hier nicht war, hat was verpasst!“
aus unserem Besucherbuch

Neue Moden auch beim Bauen

Heidenbau und Französischer Bau

Im 14. Jahrhundert kam die Heldburg in den Besitz der Kurfürsten von Sachsen. Diese bauten nach der sächsischen Landesteilung (1485) die Burg aus. Wegen des schmalen Berggipfels wurden Neubauten außen an die Ringmauer angefügt. Hauptgebäude des Museums sind der Heidenbau gegenüber dem Tor (um 1490) und der „Französische Bau“, errichtet im Stil der Renaissance (um 1560). 

Der Französische Bau ist viergeschossig. Die beiden oberen Geschosse enthalten den Saal und die wichtigsten Wohnräume der Veste. Im zweitobersten Geschoss befinden sich die Appartements des Herzogs und der Herzogin. Beide bestehen aus einem Vorraum, einer Stube und einer Kammer mit Abtritt. Der Saal wurde erst im Zuge des Ausbaus der Veste unter Georg II. um 1895 halbiert. Ursprünglich besaß er einen Kamin und eine kleine Sängerempore.

 

Die beiden unteren Geschosse, die nur Fenster auf der Außenseite haben, enthalten u. a. die historische Badestube. Diese Etagen sind noch nicht restauriert und derzeit nicht zugänglich.

Reste mittelalterlicher Baustrukturen

Der Kommandantenbau und der Jungfernbau

Die ältesten Teile der Veste Heldburg stammen aus dem 13. Jahrhundert. Hierzu gehören der Torbau und die alte Kapelle. Sie lassen auf einen engen Burghof schließen. Die Flügel zu beiden Seiten des Tores gehen im Kern noch auf diesen Ursprungsbau zurück. Sie stehen innen direkt an der Ringmauer.

Die Gebäude wurden später als Kommandantenbau (Westen) und Jungfernbau (Osten) bezeichneten. Die spätromanische Kapelle im Jungfernbau entstand im 13. Jahrhundert als kleiner Saal. Sie wurde um 1500 mit einem Wandgemälde der Vierzehn Nothelfer ausgeschmückt und um 1930 stark renoviert.

 

Im Unterschied zu anderen Burgen hat die Heldburg keinen Bergfried. Für die Höhenburg gab es offenbar keine besonders gefährdete Seite, die man extra schützen musste. Erst im 16. Jahrhundert hat man einen Treppenturm eingebaut und diesen auf dem obersten Geschoss mit einer Stube versehen. Der heutige Turmabschluss entstand im Zuge der Renovierungen um 1883. Heute wirkt dieser Turm wie ein Bergfried.

Ein Burgenmuseum für den deutschen Kulturraum

Die Idee

Nur das Deutsche Burgenmuseum thematisiert das Phänomen „Burg“ für den deutschen Kulturraum im überregionalen Kontext. Es zeigt Geschichte und Kultur der Burgen und ihrer Bewohner, veranschaulicht die Bedeutung und Funktion von Burgen und ihre bauliche Entwicklung sowohl in Friedens– als auch in Kriegszeiten. Auf Grundlage neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse zeichnet das Deutsche Burgenmuseum ein Bild von der Burg und ihrer Geschichte und erklärt, wie wir zu diesem Wissen gekommen sind und was wir noch nicht wissen.

 

Das Deutsche Burgenmuseum beteiligt sich aktiv an der Forschung, etwa über die Veranstaltung von Tagungen und Vorträgen. Es berücksichtigt aktuelle Ergebnisse in allen Teilen der Dauerausstellung sowie den Sonderausstellungen und macht sie in ihren Publikationen sichtbar. Ein besonderes Anliegen ist die Beteiligung von Nachwuchsforschern, Schülern und Studierenden.

 

Das Deutsche Burgenmuseum ist damit die erste Adresse für jeden Burgenfreund, ob nun begeisterter Laie oder Wissenschaftler.